Ich bin kürzlich auf einen aufrüttelnden Artikel im Online Magazin von Stern gestossen. Darin erzählt die Stern-Leserin Eva-Maria aus dem Saarland, wie ein harmloser Facebook-Flirt hässlich endete. Diesen Bericht möchte ich mit Ihnen teilen, um Sie zur Vorsicht zu mahnen, wenn es darum geht, in sozialen Netzwerken wie Facebook zu schnell Ihre privaten Kontaktdaten herzugeben.

Der Vorfall mit Facebook ist jetzt einige Wochen her. Eva-Maria (Name wurde von der Redaktion wohl abgeändert zum Schutz der Identität der Leserin) berichtet in dem Artikel aufgebracht und wütend über Ihren Internetflirt. Bekannten erzählte sie auf Scham nichts und ihren vollen Namen will sie nicht online lesen. Eva-Maria soll reichen. Hier nun ein Ausschnitt aus dem Artikel bei Stern über einen Internetflirt, der sehr unangenehm endete:

Eva-Maria also wohnt in einem kleinen Ort im Saarland, ihre drei Söhne sind erwachsen, die Familie lebt über Deutschland verstreut. Vor fünf Jahren starb ihr Partner, seitdem lebt die 56-Jährige allein in der Wohnung. Sie arbeitet freiberuflich, nutzt das Internet täglich: mailt, hört Musik bei Youtube. Sie ist bei Weitem keine Online-Expertin, aber auch kein Netz-Neuling.

Der fremde Verehrer schmeichelte ihr

Ihr Leben bei Facebook begann sie Anfang des Jahres; in einem Interview hatte sie gelesen, wie eine Schauspielerin über Facebook Kontakt zu ihren Kindern hält. Die Idee gefiel Eva-Maria gut – nun sieht sie, was ihre Freunde und alten Bekannten erleben, und wenn der Sohn nach Sardinien reist, schaut sie später Urlaubsfotos an.

Vor ein paar Wochen bekam sie Post. Jemand hatte ihr eine Freundschaftsanfrage geschickt. Jemand, den sie nicht kannte. Der „hat mich so angeklickt“, sagt sie heute. Das Foto des Fremden sah nett aus. Sie wusste nicht recht. Eva-Maria hatte noch nie gechattet, sich eher gefragt, wie ihre Freunde so viel Zeit damit verbringen können. Dann aber antwortete sie doch.

Er machte ihr Komplimente, sagte, wie sehr ihm ihr Foto gefiel. Sie habe sich geschmeichelt gefühlt. Ein, zwei Tage vergingen, sie schrieben sich immer mal wieder. Es sei schön gewesen, dass sich jemand interessiert, sagt sie. „Man hat nicht so viele Verehrer.“

Sein aggressiver Ton erschreckte sie

Sie zögerte zunächst, ihm ihre Handynummer zu geben, dachte sich aber: „Was soll schon passieren?“ Sie telefonierten, der Mann erzählte ihr, er lebe in Frankreich, er suche eine Frau mit Geld und er wolle nach Deutschland kommen. Er wurde fordernder, wollte wissen, wie viel Geld sie verdient, wie sie lebt. Sie schwieg erst, deutete aber ihr Einkommen an, sagte ihm, wie groß ihre Wohnung sei, und ärgerte sich zugleich über ihre Plapperei.

Er rief wieder an, einmal, zweimal, mehrfach. Sie ließ es klingeln. Doch irgendwann nahm sie wieder ab. Er schrie sie an, sie solle gefälligst drangehen. Er habe hysterisch und aggressiv geklungen, erinnert sie sich.

Eva-Maria erschrak. Sie brach den Kontakt ab, sagte ihm, er solle seine Probleme allein lösen, stellte ihr Handy aus und hat es seitdem nicht mehr eingeschaltet. Wie naiv sie gewesen sei, ärgert sie sich heute und staunt, warum sie so unvorsichtig war. Warum sie auch dann noch zurückschrieb, als es ihr komisch vorkam.

Ich denke, Eva-Maria ist kein Einzelfall. Wer sich im Internet in sozialen Netzwerken oder Datingportalen anmeldet und dort aktiv ist, kann auch ein Opfer von solchen Männern werden, die gezielt die Anonymität des Internets ausnutzen um auf Beutefang zu gehen.

Ich möchte jetzt keine Schwarzmalerei betreiben und sicherlich gibt es viele seriöse und anständige Männer in den Flirtbörsen. Dennoch ist immer auch ein wenig Vorsicht geboten, wenn man online flirtet. So sollte man auf jeden Fall wachsam sein, wem man seine privaten Kontaktdaten gibt. Das erste Date sollte auch sorgfältig geplant werden und auf alle Fälle an einem neutralen öffentlichen Ort stattfinden, an dem andere Menschen sind. Sicher ist sicher!

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Kommentare (4)

  1. ken

    22. März 2012 auf 21:38

    Wir betreiben eine Singlebörse und wissen das viele unserer Mitglieder sehr unvorsichtig sind und sich zum teil zu schnell mit einer unbekannten Person Treffen.

  2. lutze

    2. November 2011 auf 20:58

    Facebook ist eine Seite, der ich nicht traue….Keine Ahnung warum…lutze

  3. Petre

    14. Oktober 2011 auf 11:06

    Das bezieht sich ja nicht nur auf Facebook, sondern auf fast allen Communities, wo man irgendwelche Daten angeben kann!
    Deshalb finde ich gut, dass auch das Bildungsministerium nun „Internet-Unterricht“ mit einbezieht für die Zukunft.

  4. Manfred

    1. Oktober 2011 auf 18:41

    Der Stern ist natürlich eine verlässliche Quelle 😉
    Facebook ist dem echten Leben so nah wie noch nie – man muss also wie selbstverständlich genauso wach sein und eben auch mit dem Schlimmsten rechnen. Wir leben nicht mehr in Zeiten von IRC und Usenet.

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