In einem früheren Artikel hat Sara spannend von ihrem Leben als Escort Dame berichtet. Kuriose und interessante Details sprach sie dabei ganz offen an. Für viele Leser war dieser Bericht mit Sicherheit ein toller Blick hinter den Vorhang.

Wer diesen Artikel beinahe verschlungen hat, wird sich vielleicht eine weitere Frage stellen, auf die Sara nur oberflächlich eingegangen ist. Was verdient eine Dame im Escort und welche gesetzlichen Anforderungen muss sie in Deutschland erfüllen? Und überhaupt ist Escort eigentlich ein Beruf? In dem Beruf geht um Sinnlichkeit und Erotik. Erotik ist aber nur ein Teil des Ganzen. Die Anforderungen an Frauen in diesem Bereich sind relativ hoch.

Von Beruf Escort Dame

Seit einiger Zeit boomt das Geschäft der Escort Agenturen und damit auch der Damen, die für den Begleitservice tätig sind. Doch ist diese Tätigkeit, die von vielen Frauen -vor allem die sich im Studium befinden- gerne ausgeführt wird, eigentlich ein Beruf?

Berufsbild Escort Dame

Berufsbild Escort Dame
Fotografie von Allef Vinicius (@seteales auf Unsplash)

Im direkten Sinne sicherlich nein, eine Berufsausbildung muss hierfür nicht abgeschlossen werden. Dennoch sind die Anforderungen an die Frauen in diesem Bereich hoch. Das fiel uns vor allem im Escort Tagebuch auf, in dem auch immer wieder das Leben und die rechtlichen Punkte sowie Anforderungen angesprochen werden. Für viele Girls, wenn wir die sehr unterschiedlichen Berichte einmal bewerten, scheint es eine Berufung zu sein. Zumindest müssen sich die Damen beim örtlichen Finanzamt als Freiberuflerin anmelden. Aus diesem Grund kann man wohl indirekt von einem Beruf sprechen.

Die Anmeldung als Escort

Aus den Gesprächen mit einigen der Damen wissen wir, das die Anmeldung eigentlich immer schon ein Problem war. Dabei ist 2002 das Prostitutionsgesetz in Kraft getreten, die käufliche Liebe also seitdem legal in Deutschland. Erst vor 2 Jahren wurde zudem festgestellt, dass die Damen mit der Ausübung der Gewerbesteuer unterliegen und diese ebenfalls bezahlen müssen. Dennoch weigern sich fast alle Gewerbeämter, eine Gewerbeanmeldung in diesem Bereich anzunehmen. So sind die Escort Girls quasi alle gezwungen, sich beim Finanzamt als Freiberuflerin zu melden, um den steuerlichen Pflichten nachzukommen. In der Regel kann das einfach auf dem Schriftwege erfolgen. Wenig später erhalten sie dann die Steuernummer und werden so wie jeder Freiberufler behandelt. Die meisten Damen melden sich als Begleitdame oder Hostess an.

2017 wurde das Prostitutionsgesetz reformiert

Durch Druck aus Brüssel musste das freizügige Prostitutionsgesetz in Deutschland reformiert werden. In Kraft getreten ist die Änderung mit 7/2017. Bis Ende 2017 herrschte eine Übergangsfrist. Darin sind viele kuriose Punkte zu finden. So muss der Kunde künftig immer ein Kondom verwenden, das gilt auch bei oralen Techniken aller Art. Es besteht also eine Kondompflicht. Im Escort selbst wurden schon immer Kondome verwendet, um die Damen aber auch die Kunden zu schützen.

Doch die neuen Änderungen haben es in sich. So müssen sich nun alle Frauen, die irgendwie als Sexarbeiterinnen tätig sind, sich als solche registrieren lassen. Also neben der eigentlichen Steueranmeldung. Dabei erhalten sie einen sogenannten Hurenpass. Eine Art öffentliche Brandmarkung, die auch für Frauen aus dem Escort gilt. Dieser ist alle 2 Jahre neu zu beantragen. Bei Damen unter 21 Jahren muss der Hurenpass sogar jedes Jahr neu beantragt werden. Schriftlich geht das aber nicht. Ein persönliches Vorsprechen bei dem jeweiligen Amt ist dafür erforderlich. Ohne Begleitung. Bislang ist aber unklar, welche Ämter dafür in den jeweiligen Bundesländern zuständig sein sollen. Zugleich ist das Arbeitsgebiet zu benennen. Dabei müssen die Frauen genau angeben, in welchen Städten sie tätig sein wollen. Teilweise kann sogar eine Anmeldung in den einzelnen Städten zusätzlich erforderlich werden. Aber es wird noch kurioser.

Gesundheitsberatung nun Pflicht

Wer das einfach in der schnelle liest, denkt sich, warum nicht. Dabei wird gerne überlesen: Der Fokus bei der neuen gesetzlichen Interpretation liegt jedoch auf der Beratung. Die Frauen im Escort und in der sonstigen Prostitution sind also nicht verpflichtet, an einer Untersuchung teilzunehmen, sondern müssen eine Beratung aufsuchen, in der ihnen erklärt wird, was sie beim Sex beachten müssen, um gesund zu bleiben. Kurios. Den Sinn des Ganzen zu verstehen, ist nicht einfach. Auch hier gilt wieder, dass Frauen über 21 Jahren jährlich dort vorbeigehen müssen. Frauen unter 21 Jahren, sogar alle 6 Monate. Dort erhalten sie dann Bilder zu Veranschaulichung, Kondome zu Übungszwecken und am Ende die Bestätigung der Teilnahme, die das Gesetz nun als erforderlich ansieht.

Blicken wir einmal in die Bordelle und Clubs, sind 80 Prozent aller Girls aus dem Ausland. Die meisten verstehen kein Deutsch oder nur ein wenig. Die Gesundheitsberatung wird dann zu einer reinen Bilderschau mit Nicken, ohne das auch nur eine der Frauen das ganze verstehen wird.

Was verdient eine Escort Damen

Nach den gesetzlichen Anforderungen, die teilweise neu hinzugekommen sind, interessieren sich sicherlich viele rasend dafür, was man im Begleitservice eigentlich verdienen kann. Hierzu haben wir uns bei Agenturen und den Damen direkt erkundigt. Hinter vorgehaltener Hand wurden uns Beträge genannt, die uns ganz klar sagen, wir sind eigentlich im falschen Beruf gelandet.

Zur Verdeutlichung: Escort Damen sind in der Regel erst ab 2 Stunden zu buchen. Ein Date kostet pro Stunde ab 150 Euro. Beliebte Damen verlangen teilweise sogar zwischen 200 – 400 Euro pro Stunde. Umso länger die Escort Girls gebucht werden, desto günstiger wird das Arrangement. Eine Nacht (8 – 12 Stunden) kostet je nach Frau zwischen 800 – 1.900 Euro. 20 – 40 Prozent davon kassiert die Agentur ein. Kosmetik, Kleidung, Schuhe, Kondome, Parfum können wieder von der Steuer abgesetzt werden.

Das Einkommen im Überblick

Top Escort Damen kommen so im Monat auf 7.000 – 10.000 Euro brutto. Eine Frau erzählte uns sogar, dass sie in guten Monaten um die 15.000 Euro nur mit Begleitungen verdient, dabei handelt es sich oft auch um Reiseescorts. Anfängerinnen kommen in der Regel auf 1.500 – 3.000 Euro brutto im Monat. Viele befinden sich zwischen 4.000 – 6.000 Euro. Dabei sei hier vermerkt, das die Frauen nicht wie in einem Bordell arbeiten und täglich mehrere Männer in Massen abfertigen. Das Leben als Escort ist wesentlich bequemer. Wenige Termine im Monat können zum Leben ausreichen.

Am Ende sind wir eine Erfahrung reicher: Wir haben den falschen Beruf ausgewählt.

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