Was tun, wenn es schon am Anfang der Beziehung kriselt?

Nach der Verliebtheitsphase, in der man Schmetterlinge im Bauch hat und die sogenannte rosarote Brille trägt, folgt oftmals die Ernüchterung. Der Partner beziehungsweise die Partnerin erscheint uns nicht mehr als vollkommen und wir fragen uns, wie wir die Fehler und Macken des anderen übersehen konnten. Es kommt zu Streitereien, das Alltagsleben als Paar wird auf die Probe gestellt.

Verständlicherweise ist die Verunsicherung groß, wenn es schon am Anfang der Beziehung kriselt. Man fragt sich, wie die Beziehung in Zukunft ohne eine stabile Grundlage Bestand haben soll. Doch genau dies ist der Moment, in dem nicht aufgegeben werden sollte.

Entscheidende Phase für die Stabilität der Partnerschaft

Die Phase, nachdem das Verliebtheitsgefühl abgeklungen ist, entscheidet über die spätere Stabilität der Partnerschaft. Es ist normal, dass es zu Auseinandersetzungen kommt, wenn die Unterschiede zwischen den beiden Beziehungspartnern immer deutlicher zutage treten.

Wichtig ist es nun, ehrlich und offen miteinander zu kommunizieren und konstruktive Kritik auszuüben, ohne die andere Person zu verletzen. Regelmäßige Beziehungsgespräche und gemeinsame Überlegungen von Kompromissen für Konfliktsituationen sind das A und O einer gesunden und stabilen Paarbeziehung.

Zu lernen, den Partner beziehungsweise die Partnerin samt seinem Fehler und Macken anzunehmen und uns der wahren Qualitäten der Beziehung bewusst zu werden, ist das Ziel, welches es anzustreben gilt.

Das Schweben auf Wolke Sieben ist vorbei und es wird sich niemals wieder wie das anfängliche Verliebtsein anfühlen, aber wird die Phase der gemeinsamen Auseinandersetzung mit sich als Paar erfolgreich gemeistert, zeichnet sich die Beziehung durch tiefgehende Liebe und Stabilität aus.

Eine persönliche Paarberatung kann als Konfliktlösung in einer Beziehungskrise helfen

Eine persönliche Paarberatung kann als Konfliktlösung in einer Beziehungskrise helfen
Foto „Glückliches Paar nach der Therapie“ von photographee.eu; Bildquelle: de.depositphotos.com

Was macht eine gute Kommunikation aus?

Eine gute Kommunikation ist also bedeutsam für die Stabilität der Beziehung. Doch wie übe ich konstruktive Kritik aus und führe weiterbringende Beziehungsgespräche? Neben der bereits angesprochenen Ehrlichkeit und Offenheit ist es wichtig, Verallgemeinerungen zu vermeiden und Ich-Botschaften zu formulieren.

Beispielsweise ist die Aussage “Nie lässt du mich ausreden!” verallgemeinernd und zudem nicht als Ich-Botschaft formuliert. Besser wäre es, konkret auf die Konfliktsituation einzugehen und dem Partner oder der Partnerin mitzuteilen, welche Gefühle und Gedanken es in einem persönlich auslöst: “Mich verletzt und ärgert es, dass ich nicht meine Meinung zu dem besprochenen Thema äußern kann.”

Ferner sollte darauf geachtet werden, Wünsche nicht als Vorwürfe zu formulieren und sich dessen bewusst zu sein, dass die Erfüllung eines Wunsches keinesfalls Pflicht ist. Ein Beispiel für einen Vorwurf wäre: “Nie bringst du mir Blumen mit!”, den man folgendermaßen als Wunsch ausdrucken könnte: “Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn du mir Blumen mitbringst.”

Zu einer guten Kommunikation gehört nicht nur das respektvolle und empathische Miteinanderreden, sondern auch das aktive Zuhören. Aktiv zuzuhören bedeutet, dass sich das Gesagte mit Unvoreingenommenheit und Anteilnahme angehört wird. Wenn etwas nicht verstanden wird, fragt der Zuhörer nach, wie es gemeint ist und achtet zudem bewusst auf die Mimik und Gestik des Sprechers.

Persönliche Paarberatung als Konfliktlösung

Psychologische Beratung und Paarberatung ist ganz gleich zu welchem Zeitpunkt der Beziehung möglich. Meistens wird dieser Schritt erst erwogen, wenn die Probleme sich schon manifestiert haben und die daraus resultierenden Konflikte nur schwer lösbar sind. Es ist also nicht nur möglich, sondern auch sinnvoll, bereits in den Anfangsjahren eine Paarberatungsstelle aufzusuchen oder psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Fühlt sich das Paar überfordert, die Konflikte selbst zu lösen respektive braucht Anleitung durch eine dritte Person, ist eine psychologische Paarberatung in jedem Fall eine Überlegung wert. Gerade durch zusätzliche Belastungen im Außen wie die momentan währende Corona-Krise erscheint die Bewältigung der Beziehungskrise allein kaum schaffbar.

Tipp: Das Institut für Beratung & Gesundheit von Franziska Müller in Kreuzlingen (Schweiz) bietet eine psychologische Paarberatung auch online via Skype an, wenn der Weg zu weit oder die Inanspruchnahme einer Beratung vor Ort aus anderen Gründen nicht möglich ist.

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