Wie viel Erotik steckt im Internet?

Im Internet gibt es bekanntlich alles – und vor allem gibt es im Internet ein dauerhaftes, unbegrenztes Angebot von Erotik. Kaum eine zweite Sparte schaltet so viele unterschiedliche Seiten wie Erotik. Studien zu Folge drehen sich 25 Prozent aller Suchanfragen im Internet um Pornografie – das sind immerhin 68 Millionen Suchanfragen.

Online Erotik und Pornos im Internet

Foto von Emiliano Vittoriosi @emilianovittoriosi, Unsplash.com

Dementsprechend hoch sind auch die Umsätze der Pornoindustrie – fast 13 Millionen Euro setzt die Industrie pro Tag um.

Wie kommen solche Umsätze zu Stande?

Landläufig gilt immer noch die Meinung, dass sich pornografisches Material vorwiegend an Männer richtet. Die Statistiken scheinen diese Auffassung aber nur eingeschränkt zu unterstützen. Denn über 43 Prozent aller Internetnutzer konsumieren pornografische und erotische Inhalte auf Seiten wie Fundorado. Es ist also davon auszugehen, bei einem weiblichen Anteil an der Gesamtbevölkerung von etwas über 51 Prozent, dass auch viele Frauen online Pornos gucken.

Fundorado - Live Cams und Online Erotik

Fundorado – Live Cams und Online Erotik (Screenshot)

Diese Nachfrage wird von der Anbieterseite aus fleißig bedient – sonst könnten nicht 35 Prozent des gesamten Datenverkehrs online pornografisches Material enthalten. Jeder fünfte Mann konsumiert sogar erotisches Material während der Arbeit im Büro – unter Frauen sind es sogar noch 13 Prozent.

Auffällig ist hier:

70 Prozent der erotischen Daten werden werktags zwischen 9 und 17 Uhr abgerufen – also genau im typischen „nine-to-five“ Arbeitsrhythmus. Bei diesem Anteil, scheinen also viele Befragte nicht ganz ehrlich zu antworten. Sonst müssten die meisten Anfragen von Hausfrauen kommen, was zumindest statistisch eher unwahrscheinlich ist.

Auch überraschend ist: ausgerechnet die international eher als prüde und verklemmt geltenden Deutschen sind die Porno-Weltmeister. Denn 12,4 Prozent des pornografischen Datenstroms weltweit entfallen auf die Bundesrepublik. An zweiter Stelle steht Spanien mit unter zehn Prozent. Die als lebensfreudig und leischaftlich geltenden Franzosen landen in diesem Ranking abgeschlagen auf dem siebten Platz – mit wenig mehr als sieben Prozent.

Aber: Pornografie ist in Deutschland längst nicht alles. Denn wenn Fußball gespielt wird, geht der Sport vor. Während des Champions-League-Finales zwischen Bayern München und Borussia Dortmund 2013 sackte die Nachfrage nach Pornografie im Internet um 40 Prozent ein.

(Quelle: netzsieger.de 2020)

Die Schattenseiten des großen Angebots

Dieses große Angebot von Pornografie im Internet hat Schattenseiten. Immer mehr Kinder kommen schon in viel zu jungen Jahren in Kontakt mit Pornografie. Das Einstiegsalter in die Welt der Online-Erotik liegt in Deutschland gegenwärtig bei nur 11 bis 12 Jahren.

In diesem Alter werden Kinder durch ihre Umwelt leicht beeinflusst. Es besteht die Gefahr, dass sie durch Pornografie eine ungesunde Einstellung zur Sexualität erlernen, noch bevor Eltern oder Schulen die Gelegenheit haben aufklärerisch tätig zu werden.

Hierunter leiden Mädchen und Jungen gleichermaßen, wenn auch unterschiedlich. Junge Männer lassen sich häufig einen ungesunden Leistungsdruck eintrichtern, der ihnen die Lust rauben kann. Junge Frauen lernen durch das Angebot von Pornografie, dass sie alle nur erdenklichen Praktiken an sich ausprobieren lassen sollten und werden so leicht zu Opfern von Gewalttaten.

Beide Geschlechter werden aber durch das Überangebot von Pornografie auf ein ungesundes Körperideal geprägt. Die Körper, die sie im Internet – und natürlich auch in anderen Teilen der Medien – sehen und als Normalfall verstehen sind perfekt in Szene gesetzt, retuschiert und nicht selten chirurgisch optimiert. Diesem Körperideal kann nur ungesund sein.

The following two tabs change content below.
Webmaster und Administrator dieser Website. Passionierter Blogger mit vielseitigen Interessen.

Kommentar verfassen